HUMBOLDT-UNIVERSITÄT ZU BERLIN
Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät
Rudolf-Bahro-Archiv
Humboldt Universität zu Berlin
Symposium 18./19.11.2005 "Integration. Natur – Kultur – Mensch"
Ansätze einer kritischen Human- und Sozialökologie.
Symposiumsbeiträge zum 70. Geburtstag Rudolf Bahros
Herausgeber: Maik Hosang und Kurt Seifert. oekom Verlag München 2006.

Einladung zur Buchpräsentation   (Fotoimpressionen)
Wann: 27.11.2006, 18 Uhr
Wo: Heilig-Geist-Kapelle (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der HU),
Spandauer Straße 1, 10178 Berlin (Nähe Alexanderplatz)
Statement zum Buch: Dr. Reinhard Loske, MdB
Anschließend: Gespräch zwischen Reinhard Loske, Hartmut Frank, Professor für Ökotoxikologie an der Universität Bayreuth, und Maik Hosang;
Diskussion mit dem Publikum

«Die extensive Phase der Menschheit geht so oder so zu Ende, im Guten oder im Bösen. Die Gattung kann und muss ihre materielle Basis weiter qualifizieren, aber sie muss um ihrer Fortdauer und ihres Lebenssinns willen mit der Megalomanie brechen, muss kollektive Rücksicht gegenüber dem Naturzusammenhang lernen.» (Rudolf Bahro: Die Alternative, 1977)

Rudolf Bahro: Vordenker in Ost wie West, weltweit übersetzter DDR-Dissident, später Mitgründer, dann auch Kritiker der westdeutschen Grünen und 1990 Gründer des Instituts für Sozialökologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Bahro beharrte darauf, Fragen zu stellen, die sich mit dem Ende des »real existierenden Sozialismus« erübrigt zu haben schienen – nämlich: Wohin die Menschheit eigentlich steuert und was sie dabei antreibt. Oder genauer: Warum der Mensch dabei ist, sich selbst und die Erde zu zerstören – und was der Logik der Selbstausrottung entgegengesetzt werden kann. Und: Warum die bisherige Wissenschaft und Politik eher Teil der Problemvertuschung als Beitrag zur Lösung ist. Mitte der 1990er Jahre wurde sein Institut von einem „Expertengremium“ evaluiert. Dieses kam zu dem Schluss, Rudolf Bahros Denkansatz sei wissenschaftlich nicht nachvollziehbar, und sorgte für die Abwicklung des Instituts. Inzwischen werden die Fakten der von Bahro schon damals bei einem bloßen “Weiter-wie-bisher“ prognostizierten Klimakatastrophen deutlicher. Jetzt gibt es ein BMBF-Programm „Sozial-ökologische Forschung“, das zwar (noch) nicht mit der philosophisch-theoretischen Tiefe, doch zumindest inter- und transdisziplinär, dieselben Fragen wie Bahro mit seiner Institutsgründung stellt.
Wissenschaftler unterschiedlicher Profession - naturwissenschaftliche Ökologen, Geographen, Neurobiologen, Soziologen, Sozialphilosophen, Kulturwissenschaftler u. a. – zeigen in diesem Buch, inwieweit die bereits damals von ihm berührten Blickpunkte den aktuellen Diskussionen dieser Wissenschaften nicht fremd sind, sondern zunehmend Schwerpunkte neuen, inter- und transdisziplinären Forschens unter dem Zeichen des Klimawandels bilden.

Oktober 2006  /  Rudolf-Bahro-Archiv an der HU Berlin