Als ich las, dass der eBay-Verkäufer mit HERMES versendet, hatte ich für einen kurzen Moment bedenken. Schon in der Vergangenheit waren meine Erfahrungen als Empfänger und Versender mit HERMES nicht unbedingt positiv. HERMES sah dies auch so, und besaß zumindest soviel Ironie mir als Antwort auf meine Beschwerde einen Gutschein für den versandt eines Paketes mit ihnen zu übersenden. Nach dem heutigen erlebten werde ich diesen Gutschein wohl mal dazu einsetzen, falls ich jemanden ein Paket schicken muss, den ich überhaupt nicht leiden kann.
Im aktuellen Fall kam nach einer Woche ein Brief bei mir an, das HERMES meine Adresse nicht ermitteln kann, und deswegen das Paket nicht zustellen konnte. Zur Klärung des Sachverhaltes wurde ich dann gebeten, eine kostenpflichtige “Hotline” anzurufen, bei der schon das warten in der Warteschleife meine Rechnung mit 1 € belastetete. Auf meine Nachfrage, welche Logik sich dahinter verbirgt, das man einen Brief an meine Adresse senden kann, in dem mir erklärt wurde, das meine Adresse fehlerhaft sei, und man mir deswegen das Paket nicht zustellen konnte, wurde mir erklärt, dass die Fahrer bei HERMES manchmal nicht über so gute Ortskenntnis wie die Briefträger der Deutschen Post verfügen und deswegen einen Seitenflügel wie meinen vielleicht nicht finden konnten. Da ich dies von den Fahrern der Post auch schon gewohnt bin, lasse ich auf an mich adressierte Pakete immer groß “Linker Seitenflügel” draufschreiben. Diese Information reicht für einen HERMES Fahrer offenbar nicht aus, wie mir die freundliche Dame an der Hotline mitteilte: “..damit konnte der wahrscheinlich nichts anfangen…”. Fahren bei denen Schimpansen die Pakete aus, oder was?
Naja, nach einigem Hin- und Her, ob man denn eine erneute Zustellung versuchen sollte, oder das Paket in einer HERMES Annahmestelle in meiner Nähe deponieren solle, entschied ich mich für letztere Option. Dabei achtete ich aber penibel darauf, dass nicht wieder die gleiche Annahmestelle wie beim letzten mal, ein Tabak- und Zeitungshändler in meiner unmittelbaren Umgebung, ausgewählt wurde. Dieser war nämlich extrem unfreundlich, und ließ mich in dem Laden ewig warten, weil er meinte die anderen Kunden, die in seinem Laden Zeitungen oder Zigaretten kauften, seien wohl wichtiger als ich. Nachdem ich ihn auf diese Unfreundlichkeit aufmerksam machte, wäre die Situation fast in einer Schlägerei eskaliert. Ich konnte gerade noch mein Paket unter den Arm nehmen und den Laden fluchtartig verlassen. Offenbar findet, wie bei der Auswahl der Fahrer, auch bei den Vertragspartnern der Annahmestationen mangelhafte Qualitätskontrolle statt.
Heute fand ich dann Zeit das Paket abzuholen, aber in den Händen halte ich es noch immer nicht. In dem Laden schaffte es der Verkäufer nicht, das Paket “einzuscannen”, sein Scanner gab nur Fehlermeldungen von sich. Er kontaktierte dann das HERMES Logistikzentrum, und diese meinten dann, er müsse die Daten seines Scanners erneut mit denen des Fahrers abgleichen, der Kunde könne bis dahin sein Paket nicht erhalten. Mir fiel sofort der Werbespruch von HERMES ein: “HERMES, weils gut ankommt!”.