Januar 29, 2010 Archives

29.01.2010 09:00 Uhr

Koinzidenzen und Mr. Gorsky

Gestern viel mir per Zufall ein Buch von Stanislaw Grow in die Hand, einem abgefahren Psychologen, der als Begründer der transpersonalen Psychatrie gilt.

Ich bin ja ein Mensch der ziemlich “Open Minded” ist, schon alleine deshalb, und das bemerkt Grof in seinem Buch auch, weil Physiker die absurdesten Dinge über das Universum sagen können und nur aufgrund der Magie der Mathematik davor geschützt sind, für Verrückt erklärt zu werden.

In diesem Buch wird, neben viel anderem Un- und Tiefsinn, auch kurz auf C.G. Jungs “Konzept”, der Synchronizität eingegangen. Dabei handelt es sich um “…zeitnah aufeinander folgende Ereignisse, die nicht über eine Kausalbeziehung verknüpft sind, vom Beobachter jedoch als sinnhaft verbunden erlebt werden” (Wikipedia). Dieses Konzept diskutierte Jung im Übrigen auch ausgiebig mit Wolfgang Pauli.

Als Beispiel für ein deartiges Ereignis liefert Grof dann die folgende Geschichte von Neil Armstrong. Dieser soll, so Grof, nicht nur sein berühmtes “A small step…” gesagt haben, als er die letzte Sprosse der Leiter des Lunar-Landers nahm, sondern habe er danach noch “Good Luck, Mr. Gorsky!” gemurmelt. Die Geschichte welche hinter diesem Ausspruch steht, scheint aus der Kategorie “Unglaublich, aber Wahr” zu stammen. Ich zitiere sie hier im englischen Orginal von snopes.com:

*When Apollo Mission Astronaut Neil Armstrong first walked on the moon, he not only gave his famous “One small step for man; one giant leap for mankind” statement, but followed it by several remarks, including the usual COM traffic between him, the other astronauts, and Mission Control. Before he Buzz Aldrin re-entered the lander, he made the enigmatic remark “Good luck, Mr. Gorsky.”

Many people at NASA thought it was a casual remark concerning some rival Soviet Cosmonaut. However, upon checking, [they found] there was no Gorsky in either the Russian or American space programs.

Over the years, many people have questioned him as to what the “Good luck, Mr. Gorsky” statement meant. On July 5, in Tampa Bay, FL, while answering questions following a speech, a reporter brought up the 26- year-old question to Armstrong. He finally responded. It seems that Mr. Gorsky had died and so Armstrong felt he could answer the question. When he was a kid, Neil was playing baseball with his brother in the backyard. His brother hit a fly ball which landed in front of his neighbors' bedroom window. The neighbors were Mr. and Mrs. Gorsky. As he leaned down to pick up the ball, he heard Mrs. Gorsky shouting at Mr. Gorsky, “Oral sex? Oral sex you want? You'll get oral sex when the kid next door walks on the moon!”*

Nun ja, der Leser ahnt es sicherlich schon, bei dieser Geschichte handelt es sich um einen Hoax. Und mit Synchronizität hat das wohl auch recht wenig zutun, denn diese beschreibt doch “zeitnahe” Ereignisse. Auf den unbedarften Leser macht sowas wahrscheinlich Eindruck, wenn neue Thesen über die Psyche des Menschen mit deartigen “Beweisen” untermauert werden. Für mich hat das eher etwas von Scharlatanerie. Grof ging es wohl darum, mit einem möglichst großen Knaller sich in das Gehirn des Lesers einzubrennen, um damit seine (bzw. Jungs) These fortan zur Wahrheit zu deklarieren. Dieser Versuch ging offensichtlich nach hinten los.