Klausren überstanden. Eine 2,0 in Statistische Physik ist “solide”. In Festkörperphysik zittere ich noch ein wenig, denn mangels Begeisterung (und Zeit) war meine Vorbereitung rein auf durchkommen ausgerichtet und gefühlt könnte das knapp werden.
Wie auch immer, der straffe Zeitplan zwingt mich dazu nun die Ferien mit meiner Bachelorarbeit zu verbringen, die ich am wunderschönen Astrophysikalischen Institut in Potsdam schreibe. Kaum zu glauben, dass organisatorisch angedacht war diese auch noch während des Semesters zu schreiben. Tatsächlich distanzierten sich sogar die verantwortlichen davon, und empfahlen stattdessen die Semesterferien / vorlesungsfreie Zeit zwischen dem 5. und 6. Semester zu nutzen, falls man sein Bachelorzeugniss Ende des 6. Semesters in der Hand halten will. Um mich diplomatisch sinvoll zu verhalten, werde ich weitere Kommentare bezüglich der Studienorganisation und Lehre dafür aufsparen, wenn ich dann tatsächlich mein Zeugnis in der Hand halte und auch nicht nur unter Vorbehalt in den Masterstudiengang eingeschrieben bin.
Jetzt beschäftige ich mich zunächst einmal mit Galaxien am Ende des Universums (bzw. am Anfang – denn alles ist relativ) und habe Spass. Aber Urlaub (hat ich ja schon seit ewigkeiten nicht mehr) brauch ich auch irgendwann mal und derzeit kann ich nur davon träumen.
Abschließend noch ein Kommentar zum “S-Bahn-Chaos” in Berlin: Zum einen kann ich mich erinnern, dass eine große Mahnung mit Fingerzeig nach England vor ca. 10 Jahren von Fahrgastverbänden und Bahnspezialisten ausgesprochen wurde, dass die Privatisierung des öffentlichen Personenverkehrs zu Servicemangel, Sicherheitsdefiziten und schließlich Zugausfällen durch Unfälle führen würde. Dieses wurde natürlich von Privatisierungsbeführwortern (sämtlich warscheinlich Leute, die monetäre Vorteile aus dieser ziehen wollten und inzwischen haben) heftigst dementiert und es ist eher mal wieder traurig zu sehen wie gesunder Menschenverstand recht behalten hat. Zum anderen halte ich es für kriminell, dass derzeit noch der volle Fahrpreis kassiert wird und im Endeffekt nur Kunden mit Jahreskartenverträgen eine Entschädigung erhalten sollen (die Bahn scheut ja keine Gelegenheit zu betonen, dass Sie letzteres freiwillig tut). Und wenn ich kriminell schreibe, dann meine ich dieses sehr wohl im juristischen Sinne, nicht nur im moralischen. Sollte sich nämlich heraustellen, und derzeit deuten Indizien darauf hin, dass einzig und alleine aus Profitinteressen sicherheitsrelevante Wartungsarbeiten nicht durchgeführt wurden, so sehe ich dies als juristischer Leihe als einen Straftatbestand bzw. weniger heftiger ausgedrückt einen Vertragsbruch am Kunden. Das unter diesem Gesichtspunkt noch keine Regressforderungen insbesondere der Studentenschaft (immerhin zahle ich verpflichtend ca. 150 Euro für mein Sem.-Ticket, damit ich überhaupt studieren darf) ist mehr als merkwürdig. Naja, und wie schon erwähnt, völlig unverständlich indem Zusammenhang ist, das immernoch der volle Fahrpreis erhoben wird, denn bei mehr als die Hälfte von Zugausfällen entspricht dies glatt einer Fahrpreiserhöhung von über 100 % (das müsste mal jemand genau ausrechnen!)… Merkt blos keiner…
Achso, persönliche Randnotiz, meine Fahrzeit nach Adlershof ist dadurch kaum verändert, wenn ich dran denke das nur noch 3 Züge pro Stunde fahren, aber so genau kann ich nie planen, insofern denke ich das ich statt einer halben Stunde nun so ca. eine ¾ Stunde unterwegs bin. Nach Babelsberg zur Sternwarte brauch ich nun aber (drei mal Umsteigen und Schienenrsatzverkehr mit Bussen, die gestern sogar nicht so richtig gefahren sind weil die Polizei sie aus dem Verkehr gezogen hat) statt einer gleich mal eben 2 Stunden (FÜR DEN SELBEN FAHRPREIS!).