Ich hatte ja in diesem Blog schon berichtet, dass mein HP-Laserjet irgendwie zickig geworden ist, deswegen habe ich mir heute pünktlich zu Semesterbegin einen neuen Low-Budget SW Laser geholt. Super günstig ist derzeit bei HD-Computer am Hermannplatz, dem Hardwaredealer meiner Wahl, der Laserdrucker Samsung ML-2010. Für unter 70 Euro konnte das gute Teil heute Vormittag direkt mit nach Hause nehmen. Da ich heute Nachmittag schon die erste Veranstaltung des neuen Semesters hatte, musste ich allerdings bis jetzt warten um das Gerät einem kurzen Test zu unterziehen.
Im Karton befindet sich neben dem Drucker eine Kurzanleitung, ein Toner, ein Netzwerkabel und 2 CDs, wovon eine Treiber für WindowsVista enthält. Auf der Box und auf der Website von HD-Computer stand etwas von mitgeliefertem USB-Kabel, welches dann aber irgendwie seinen Weg zumindest nicht in meine Kiste gefunden hat. Nun gut, ein USB-Kabel hab ich natürlich immer auf Vorrat, insofern sollte die Installation daran bei mir nicht scheitern. Desweiteren bietet der Drucker auch noch, ganz Oldschool, einen Centronix Anschluss, mit dem man ihn ggf. auch an eine parallele Schnittstelle klemmen könnte.
Der Aufbau ist super Einfach, wahrscheinlich würde das mit den großen Bildern der Kurzanleitung sogar ein Schimpanse hinbekommen (jedenfalls fühle ich mich immer so, wenn ich irgendwelche Geräte vor der Inbetriebnahme zusammensetzen muss).
Nachdem man den Drucker aufgebaut und mit Papier gefüttert hat, muss man an der Hinterseite einen Kippschalter umlegen um das Gerät in Betriebsbereitschaft zu versetzen. Hier kam es bei mir zu einer kurzen Schrecksekunde, da sofort das Lämpchen “On Line / Error” durch rotes Leuchten “Error” signalisierte. Der Fehler lag allerdings bei mir – beim Einsetzen des Toners hatte ich beim schließen die Abdeckung nicht richtig eingerastet, weshalb der Sensor wohl noch von einer geöffneten Klappe ausging, beim erneuten schließen wandelte sich dann ampelartig das rote in ein grünes Lämpchen und signalisierte “On Line”.
Ich weiß natürlich mitlerweile, wie man mittels CUPS einen Drucker unter jeder Linux Variante zum laufen bekommen kann, aber unter openSUSE nimmt einem YAST die ganze Arbeit ab. Der Drucker wird automatisch erkannt und der Testdruck verläuft sofort positiv. Leider sind die Ränder nicht 100 prozentig richtig voreingestellt, ein Problem das ich auch mit dem HP hatte, aber es fällt wirklich nur auf, wenn man den vollen Druckbereich ausnutzen will, da es sich um ca 0,5 mm links und 0,5 mm oben handelt. openSUSE setzt standardmäßig auf eine PPD Datei für den GDI-Treiber, damit kann man maximal mit 600x600 DPI drucken. Der Drucker könnte aber theoretisch mit 1200x1200 drucken. Ich hatte im letzten Semester allerdings mal ausgerechnet, das aufgrund des beugungsbegrenzten Auflösungsvermögens eines Auges bei normalem Leseabstand 600x600 dpi wirklich genug sind. Es ist allerdings durchaus möglich unter Linux mit höheren Auflösungen auf dem ML-2010 zu drucken, da der Drucker SPIL (Samsung Printer Language) unterstützt und man dafür die SPLIX Treiber installieren müsste. Wie gesagt, ein Aufwand der sich zumindest für meine Ansprüche nicht lohnt.
Die Druckqualität bei 600x600 dpi ist einwandfrei, Graustufen werden gut dargestellt und Schwarz ist eben sattes Schwarz. Selbst im sparsammen Economy-Modus ist das Druckbild definitiv noch ansprechend. Beim Druck selbst ist der Samsung unwahrscheinlich schnell macht aber auch eine Menge krach. Da die Walzen sehr heiß werden, drehen auch nach einer Seite (was ca. 5 Sekunden dauert) die Lüfter noch gut 5-10 Minuten nach, was mir als eher geräuschempfindlichen Mensch nicht so gut gefällt.
Durch die Hitze der Walzen ist das Papier nach dem Druck relativ stark gewellt, was sich aber schnell legt. Für hochwertige Korrospondenz (mit dem Papst, oder was weiß ich) sollte man dann allerdings stärkeres Papier als normales Kopierpapier benutzen, da ein kleiner feiner Schönheitsmakel bei normalem Kopierpapier übrigbleibt.
Als Nachfülltoner werde ich natürlich immer bei Toner-Dumping.de “wiederaufbereitete” statt orginale Neuware kaufen – dennoch sind diese mit ca. 50 € etwas teurer als beispielsweise solche für HP Laserjets. Mit 3000 Seiten pro Toner sollte man aber eine ganze Menge drucken können. Eine kleine Fießheit ist hier allerdings von Samsung, dass sie den mitgelieferten Toner nur zu 1/3 befüllen, womit man also mit dem Starttoner “nur” 1000 Seiten bedrucken kann.
Fazit
Der Samsung ML-2010 ist ein unschlagbar günstiger Laserdrucker der herrvorragend unter Linux unterstützt wird. Für private Vieldrucker, die hohe Anschaffungskosten meiden wollen definitv geeignet. Auch im Büro kann er aufgrund des guten Druckbildes sicherlich eine gute Figur machen. Lediglich die doch sehr hohe Geräuschentwicklung und leichte Wellung normalen Kopierpapiers könnten gegen die Anschaffung dieses Gerätes sprechen.