Vor einiger Zeit habe ich mal einen Kommentar bezüglich eines Bugs in Novells-Bugzilla geschrieben. Es ging um das “Search-Tool” Beagle, was standardmäßig bei der Installation von openSUSE mitinstalliert wird. Beagle ist ein Programm, das sämtliche Verzeichnisse und deren Inhalt katalogisiert, was in der Tat eine praktische Sache sein kann. Das Szenario, dass man eine Datei auf der Festplatte hat deren Inhalt wichtig ist, man sich aber nur an den Inhalt weder aber Ablageort noch Dateiname erinnern kann, soll wohl vorkommen. In meinem Fall könnte ich mir, als Besitzer eines ganzen Haufens an E-Books, Online-Artikeln und Preprints es durchaus nützlich vorstellen eine Volltextsuche durch alle Dokumente zu machen. Aber tatsächlich habe ich dieses Feature noch nie gebraucht, vielleicht liegt das auch daran das ich ein halbwegs funktionierendes Gedächtnis habe.
Der absolute Downer bei Beagle besteht aber darin, das er ständig auf der Festplatte rumschnüffelt und dabei ganz gut Systemresourcen zieht. Bei einem modernen Computer fällt das nicht großartig ins Gewicht, aber bei älteren Rechnern kann es durchaus den Workflow massiv behindern. Speziell bei Rechnern mit weniger RAM ist produktives Arbeiten mit geladenem Beagle unmöglich. Natürlich ist es möglich das Teil zu deinstallieren, ein geübter Benutzer kann das sogar schon während der Installation machen, aber genau bei diesem Punkt hat mein Bugreport, der eigentlich vielmehr ein Featurequest ist, angesetzt.
Warum wird das Teil standardmäßig mitinstalliert? Nichts gegen das Programm, das ist ein tolles Stück Software und ich kann mir vorstellen, dass viele Leute das benutzen, aber es gibt bestimmt genausoviele Leute die das nie in ihrem Leben benutzen werden.
Nun war ich in meinem Request nicht so rigeros und habe gesagt: “Weg mit dem Scheiß”, sondern ich hatte mich eingeklinkt in eine Diskussion, die Überschrieben war mit:
Easy Way to Disable Beagle During Installation
*Even when started with nice beagle (including the cron-job) can lead to serious performance issues on older hardware because of its CPU, RAM and harddisk usage, the latter two not being handled by nice AFAIK.
Even if it is only at the beginning, this “beginning” is the time a user measures the performance and snappyness of his new installation and obviously this “beginning” is not a fixed time-period but much longer on older hardware with less RAM and slower harddisks.
Advanced users might know how to enter the package-management and disable it, most do not and should not have to. A simple checkbox with a line of explanation that on older hardware and for those who do not need a desktop-search beagle can be disabled completely would suffice.
I am not sure whether strigi will replace beagle for those that install KDE4 and whether strigi is as performance-hungry as beagle is, yet if so a more general checkbox would be the better solution that disables either of the two, depending which desktop is installed.*
Der Report, verfasst zum Releastermin von openSUSE 10.2, fast im wesentlichen alles zusammen was Faul an dem Teil ist.
Es kommt zu einer kleinen Diskussion auf dem Bugtracker, aber im wesentlichen scheinen sich alle Einig zu sein, gute Idee – muss umgesetzt werden. In openSUSE 10.3 ist dieses Feature noch nicht enthalten – wahrscheinlich weil es keiner für wichtig gehalten hat es zu implementieren. Vom Programmiertechnischen Aufwand kann es ja nicht so schwierig sein, einfach einen Knopf zu machen der ein paar Pakete bei der Installation einfach nicht mitinstalliert. Schließlich kann man manuell die Abwahl tätigen.
Naja, denke ich mir, wird wohl zu 11.0 dann umgesetzt werden und tatsächlich, auf dem Bugtracker erscheint nun auch Moved to the feature tracking tool for 11.0.
Nun, das wird wohl eine andere Datenbank sein, denke ich mir und schreibe den Q&A an, wo man denn nun die Diskussion weiterverfolgen könnte. Die Antwort kam nun mir doch etwas komisch vor, schließlich dachte ich es handelt sich bei openSUSE um ein Projekt welches von der Community vorangetrieben wird, denn schließlich steckt das ja schon im Namen:
At this moment, it [the database] is still internal, however, we are working on opening it (I hope you understand that especially during the evaluation phase, it is not desirable to open all features and all communication). I'm sorry that I cannot tell when (relevant freatures from) the database will be public.
Beim besten Willen, so richtig verstehen kann ich das nicht. Sollten nicht gerade bei einem offenen Betriebssystem alle Features öffentlich diskutiert werden? Ich bin sprachlos…
Beitrag zur Diskussion in alt.linux.suse