Nanoblogging
So, ich habe jetzt den ganzen Vormittag damit verbracht, irgendwie
dieses Blog hier aufzusetzen. Mittlerweile kann ich sagen, ja es
funktioniert und sogar so in etwa wie ich mir das Vorstelle.
Ich blogge jetzt, indem ich eine SSH Session zum Rechenzentrum an
unserer Universität aufrufe, auf der Shell ein Kommando eingebe,
welches einen Editor startet, indem ich ganz in Ruhe meinen
Blogeintrag schreiben kann. Wenn ich den Editor beende (natürlich
mit Abspeichern des geschrieben) wird der Blogeintrag hier auf die
Seite gestellt.
Klingt einfach, oder?
Leider ist das alles nicht so einfach, auch im Jahr 2008 nicht.
Fangen wir an beim Editor: Eigentlich sollte auf jedem GNU-Linux
System doch ein vernünftiger Editor installiert sein. Aber ausser
vi
und
nano
gibt es hier nichts vernünftiges.
Nun gut, zwar bin ich in den letzten 2 Jahren irgendwie zur
Emacs Religion
konvertiert, aber davor hatte ich unter Linux (und auch noch auf der
Sun an unserer Schule) meine Texte immer liebend gerne mit nano
editiert.
Also, einfach das Konfigurationsfile meiner Bloggingsoftware so ein
bisschen umgeschrieben, und Zack hat ich Nano als Texteditor
eingerichtet. Es stellte sich aber schnell raus, das (warum auch
immer) irgendwie große deutsche Umlaute nicht so richtig im Nano
angezeigt werden. Warum auch immer... Eigentlich müsste er das können,
aber egal welchen Terminalemulator ich bemühte, immer dieses hässliche
Problem. Nun gut, das Problem gibt es auch wenn ich mich über SSH an
das Institut für Physik einwähle und Emacs benutze, da kriege ich dem
Fall nämlich gar keine Sonderzeichen präsentiert, doch liegt es daran
das dort Emacs ohne Unicode-Unterstützung installiert wurde.
Nun gut, kompilier ich mir eben einen Editor, dachte ich mir.
Klein muss er sein und zumindest beim editieren sich in wesentlichen
Punkten wie Emacs verhalten. Erst dachte ich an
Zile, aber
obwohl der Editor „8-Bit-Clean“ ist, ist Unicode noch immer
Fehlanzeige.
Aber nach Studenlangem ausprobieren der verücktesten Editoren (ich
hätte nie gedacht, dass es eine derartig unüberschaubare Vielfalt an
Editoren gibt, welche auf der Kommandozeile unter einem *NIX System
laufen), habe ich nun den Editor gefunden, der alles an Board hat, was
ich brauche:
Mined
UTF-8, Emacs-Emulation... Was braucht der Mensch mehr...
Oh... Ich sollte mal essen.
(Achso, und der orginal Emacs ist mitlerweile 120 MB groß, am
Rechenzentrum bekommt man als Student aber nur 500 MB quota, weshalb
dessen zusätzliche „lokale“ Installtion von vornherein nicht in Frage
kam.)