14.03.2008 16:40 Uhr

Nanoblogging

So, ich habe jetzt den ganzen Vormittag damit verbracht, irgendwie dieses Blog hier aufzusetzen. Mittlerweile kann ich sagen, ja es funktioniert und sogar so in etwa wie ich mir das Vorstelle.

Ich blogge jetzt, indem ich eine SSH Session zum Rechenzentrum an unserer Universität aufrufe, auf der Shell ein Kommando eingebe, welches einen Editor startet, indem ich ganz in Ruhe meinen Blogeintrag schreiben kann. Wenn ich den Editor beende (natürlich mit Abspeichern des geschrieben) wird der Blogeintrag hier auf die Seite gestellt.

Klingt einfach, oder?

Leider ist das alles nicht so einfach, auch im Jahr 2008 nicht. Fangen wir an beim Editor: Eigentlich sollte auf jedem GNU-Linux System doch ein vernünftiger Editor installiert sein. Aber ausser vi und nano gibt es hier nichts vernünftiges. Nun gut, zwar bin ich in den letzten 2 Jahren irgendwie zur Emacs Religion konvertiert, aber davor hatte ich unter Linux (und auch noch auf der Sun an unserer Schule) meine Texte immer liebend gerne mit nano editiert.

Also, einfach das Konfigurationsfile meiner Bloggingsoftware so ein bisschen umgeschrieben, und Zack hat ich Nano als Texteditor eingerichtet. Es stellte sich aber schnell raus, das (warum auch immer) irgendwie große deutsche Umlaute nicht so richtig im Nano angezeigt werden. Warum auch immer... Eigentlich müsste er das können, aber egal welchen Terminalemulator ich bemühte, immer dieses hässliche Problem. Nun gut, das Problem gibt es auch wenn ich mich über SSH an das Institut für Physik einwähle und Emacs benutze, da kriege ich dem Fall nämlich gar keine Sonderzeichen präsentiert, doch liegt es daran das dort Emacs ohne Unicode-Unterstützung installiert wurde.

Nun gut, kompilier ich mir eben einen Editor, dachte ich mir. Klein muss er sein und zumindest beim editieren sich in wesentlichen Punkten wie Emacs verhalten. Erst dachte ich an Zile, aber obwohl der Editor „8-Bit-Clean“ ist, ist Unicode noch immer Fehlanzeige.

Aber nach Studenlangem ausprobieren der verücktesten Editoren (ich hätte nie gedacht, dass es eine derartig unüberschaubare Vielfalt an Editoren gibt, welche auf der Kommandozeile unter einem *NIX System laufen), habe ich nun den Editor gefunden, der alles an Board hat, was ich brauche: Mined

UTF-8, Emacs-Emulation... Was braucht der Mensch mehr...

Oh... Ich sollte mal essen.

(Achso, und der orginal Emacs ist mitlerweile 120 MB groß, am Rechenzentrum bekommt man als Student aber nur 500 MB quota, weshalb dessen zusätzliche „lokale“ Installtion von vornherein nicht in Frage kam.)