Humboldt-Universität
zu Berlin | Seminar für Afrikawissenschaften |
TU:
Wissenschaftliche Arbeiten im Fach der Afrikawissenschaften
Vincent
Ovaert (vincent.ovaert@rz.hu-berlin.de)
Aus: Eco, Umberto, Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt. 9. Auflg. Heidelberg: C.F. Müller, 2002, S.196-210.
Normalerweise zitiert man in einer wissenschaftlichen Arbeit viele fremde Texte. Den Text, der den Gegenstand eurer Arbeit bildet, die Primärquelle also, und die kritische Literatur zum Thema, die Sekundärliteratur.
Es gibt zwei Arten von Zitaten: a) Man zitiert einen Text, mit dem man sich dann auseinandersetzt und den man inter pretiert, und b) man zitiert einen Text zur Unterstützung der eigenen Auslegung.
Es ist schwer zu sagen, ob man ausgiebig oder sparsam zitieren soll. Das hängt von der Art der Arbeit ab. Die kritische Auseinandersetzung mit einem Schriftsteller verlangt natürlich, daß umfangreiche Stellen aus seinem Werk wiedergegeben und analysiert werden. Manchmal kann das Zitat ein Zeichen für Faulheit sein, weil der Kandidat nämlich bestimmte Angaben nicht zusammenfassen kann oder will und das lieber einen anderen machen läßt.
Daher im folgenden zehn Regeln fürs Zitieren:
Regel 1 - Jene Stellen, die analysiert und interpretiert werden sollen, werden einigermaßen ausführlich zitiert.
Regel 2 - Textstellen aus der Sekundärliteratur werden nur zitiert, wenn sie wegen ihres Gewichts unsere Auffassung unterstützen oder bestätigen.
Aus diesen zwei Regeln sind einige auf der Hand liegende Folgerungen zu ziehen. Zunächst einmal ist etwas nicht in Ordnung, wenn die zu analysierende Stelle länger als eine halbe Seite ist. Entweder habt ihr ein Stück Text ausgewählt, das für eine Analyse zu lang ist und das ihr darum nicht Punkt für Punkt analysieren könnt, oder ihr habt es nicht mit einem Teilabschnitt, sondern mit einem ganzen Text zu tun, den ihr weniger analysiert als insgesamt beurteilt. Ist also in solchen Fällen der Text wichtig, aber zu lang, dann ist es besser, ihn im Anhang wiederzugeben und im Laufe eurer Untersuchung nur einzelne Stellen zu zitieren.
Zum zweiten müßt ihr beim Zitieren von Sekundärliteratur sicher sein, daß das Zitat etwas Neues enthält oder daß es eure Meinung auf Grund seiner Autorität absichert. Hier zwei Beispiele für überflüssige Zitate:
Die
Massenkommunikationsmittel sind, wie McLuhan sagt "eine der zentralen Erscheinungen unserer Zeit". Man
darf nicht vergessen, daß nach Savoy allein in unserem Land zwei von drei
Personen ein Drittel des Tages vor den Fernsehschirmen verbringen.
Was ist an diesen Zitaten falsch oder doch naiv? Vor allem ist die Aussage, daß die Massenkommunikationsmittel eine Erscheinung unserer Zeit sind, so selbstverständlich, daß jeder sie getroffen haben könnte. Es ist durchaus möglich, daß auch McLuhan sie gemacht hat (ich habe das Zitat erfunden und nicht weiter geprüft), aber man braucht sich nicht auf irgend jemandes Autorität zu berufen, um etwas so Offensichtliches nachzuweisen. Zum zweiten ist es zwar möglich, daß die dann wiedergegebenen Zahlen über den Fernsehkonsum stimmen, aber Savoy stellt keine Autorität dar (er ist eine von mir erfundene Person wie Herr Müller oder Herr Maier). Hier hättet ihr eine von einem bekannten und anerkannten Forscher verantwortete Untersuchung zitieren sollen, Daten eines statistischen Amtes, eine von euch angestellte Untersuchung mit beweisfähigen Tabellen als Anhang. Statt einen obskuren Savoy zu zitieren, hättet ihr besser geschrieben. »Man kann ruhig annehmen, daß zwei von drei Personen ... usw.«.
Regel 3 - Wer zitiert, läßt damit erkennen, daß er die Ansicht des zitierten Autors teilt, es sei denn, er bringe im Zusammenhang mit dem Zitat etwas anderes zum Ausdruck.
Regel 4 - Aus jedem Zitat müssen sich der Autor und die Quelle (gleichgültig ob sie gedruckt ist oder in einem Manuskript besteht) klar ergeben. Diese Zuordnung kann auf verschiedene Weise erfolgen:
a) Mit einer hochgestellten Zahl, die auf eine Anmerkung verweist, insbesondere wenn es sich um einen Autor handelt, der zum ersten Mal genannt wird.
b) Mit Angabe des Autors und des Jahres der Veröffentlichung des Werkes nach dem Zitat in Klammer.
c) Mit einer einfachen Klammer, die auf die Seitenzahl verweist, wenn ein ganzes Kapitel oder die ganze Arbeit das Werk eines Autors zum Gegenstand hat.
Regel 5 - Die Primärquellen werden, wenn möglich, nach der kritischen Ausgabe oder nach der anerkanntesten Ausgabe zitiert; nicht empfehlenswert ist es, in einer Arbeit über Balzac nach der Ausgabe von Livre de Poche zu zitieren, man greift zumindest auf die Gesammelten Werke der Pléiade zurück.
Bei modernen Autoren zitiert man, wenn es mehrere Ausgaben gibt, je nachdem, die erste oder die letzte durchgesehene und berichtigte. Man zitiert aus der ersten, wenn die folgenden nur Nachdrucke sind, aus der letzten, wenn sie Berichtigungen, Ergänzungen enthält oder sonst auf den neuesten Stand gebracht ist. Jedenfalls muß man deutlich machen, daß es eine erste und eine soundsovielte Auflage gibt, und man muß klarstellen, aus welcher man zitiert.
Regel 6 - Ist ein fremdsprachiger Autor Gegenstand der Untersuchung, so wird in der Originalsprache zitiert. Diese Regel ist absolut bindend, wenn es sich um ein literarisches Werk handelt. In diesen Fällen kann es durchaus nützlich sein, in Klammer oder in einer Fußnote eine Übersetzung hinzuzufügen. Folgt in dieser Frage den Empfehlungen des Betreuers! Handelt es sich um einen Autor, bei dem ihr nicht den literarischen Stil analysiert, sondern bei dem es auf die genaue Darstellung seiner Gedanken mit allen sprachlichen Nuancen ankommt (z. B. bei der Kommentierung von Textstellen eines Philosophen), dann ist es gut, den Originaltext als Arbeitsgrundlage zu benützen, aber es empfiehlt sich dringend, eine Übersetzung hinzuzufügen, weil sie schon einen ersten Interpretationsversuch durch euch darstellt. Zitiert man schließlich einen fremdsprachigen Autor, aber nur, um von ihm Informationen, statistische Angaben, historische Informationen oder ein allgemeines Urteil zu übernehmen, dann kann man auch eine gute Übersetzung benützen oder eine Stelle sogar selbst übersetzen, damit der Leser nicht von Sprache zu Sprache springen muß. Es genügt, das Original ordnungsgemäß zu zitieren und klarzustellen, welche Übersetzung man verwendet. Schließlich kann es noch vorkommen, daß man über einen ausländischen Autor schreibt, daß es sich bei diesem Autor zwar um einen Lyriker oder Schriftsteller handelt, aber daß seine Texte nicht im Hinblick auf ihren Stil, sondern im Hinblick auf die in ihnen enthaltenen Ideen untersucht werden. Werden in solchen Fällen laufend lange Zitate erforderlich, so kann man eine gute Übersetzung heranziehen, um die Darstellung flüssiger zu machen, und man kann sich darauf beschränken, kurze Textstellen im Original zu bringen, wenn es darum geht, gerade den charakteristischen Gebrauch eines Ausdrucks deutlich zu machen.
Regel 7 - Die Verweisung auf Autor und Werk muß klar sein. Das folgende (falsche) Beispiel soll klarstellen, was damit gemeint ist:
Wir sind mit Vasquez der Auffassung, daß das "fragliche Problem weit davon entfernt ist, gelöst zu sein"[1], und entgegen der bekannten Auffassung von Braun, für den "diese alte Frage endgültig aufgeklärt"[2] ist, teilen wir die Auffassung unseres Autors, daß "noch ein langer Weg zurückzulegen ist, bis man einen Zustand ausreichenden Wissens erreicht hat".
Das erste Zitat stammt sicher von Vasquez und das zweite von Braun, aber ist das dritte wirklich von Vasquez, wie der Zusammenhang vermuten läßt? Und kann man, da wir doch für das Zitat von Vasquez in Fußnote 1 die Seite 160 angegeben haben, annehmen, daß auch das zweite Zitat auf derselben Seite desselben Werkes steht? Und wenn das dritte Zitat von Braun wäre? So hätte dieselbe Stelle abgefaßt werden sollen:
Wir sind mit Vasquez der Auffassung, daß "das fragliche Problem weit davon entfernt ist, gelöst zu sein[3], und trotz der bekannten Auffassung von Braun, daß "diese alte Frage endgültig aufgeklärt ist"[4], teilen wir die Auffassung unseres Autors, daß noch "ein langer Weg zurückzulegen ist, bis man einen Zustand ausreichenden Wissens erreicht hat"[5].
Zu beachten ist, daß in Fußnote 5 Vasquez a.a.0. S. 161 angegeben wurde. Stünde der Satz noch auf Seite 160, hätte man auch sagen können: Vasquez, ebenda. Probleme hätte es aber gegeben, wenn wir nur »ebenda« ohne den Hinweis auf Vasquez geschrieben hätten. Das hätte nämlich bedeutet, daß sich der Satz auf S. 345 des unmittelbar vorher zitierten Buches von Braun befindet. »Ebenda« bedeutet nämlich, »am gleichen Ort«, und man kann es nur verwenden, wenn man ohne jede Abweichung die Angabe der unmittelbar vorhergehenden Fußnote wiederholen will. Hätten wir dagegen im Text statt »teilen wir die Auffassung unseres Autors« geschrieben »sind wir mit Vasquez der Auffassung« und dabei immer noch auf Seite 160 Bezug genommen, dann hätten wir uns in der Fußnote auf ein einfaches »ebenda« beschränken können. Unter einer Voraussetzung: Daß von Vasquez und von seinem Werk wenige Zahlen vorher, zumindest auf derselben Seite oder nicht mehr als zwei Anmerkungen vorher die Rede war. War Vasquez aber 10 Seiten vorher zuletzt aufgetaucht, dann ist es wesentlich besser, in der Fußnote alle Angaben zu wiederholen, zumindest »Vasquez a.a.0. S. 160« zu schreiben.
Regel 8 - Überschreitet das Zitat nicht den Umfang von zwei oder drei Zeilen, dann kann es im Text des Absatzes in Anführungszeichen gebracht werden, so wie ich es jetzt tue, wenn ich Campbell und Ballou mit der Feststellung zitiere, daß »Zitate, die drei Maschinenzeilen nicht übersteigen, in Anführungszeichen gesetzt und im Text gebracht werden.«[6] Sind Zitate länger, dann ist es besser, sie engzeilig und eingerückt zu bringen. In diesem Fall sind Anführungszeichen nicht nötig, weil für jedermann klar ist, daß engzeilig und eingerückt geschriebene Textstellen Zitate sind; man muß allerdings darauf achten, daß das gleiche System nicht auch für eigene Nebenbetrachtungen und Hilfsüberlegungen angewendet wird (sie finden statt dessen in Fußnoten ihren Platz). Hier ein Beispiel:
Wenn ein wörtliches Zitat länger als drei Maschinenzeilen ist, dann wird es vom Text in einem oder mehreren Absätzen, die im Einzeilenabstand geschrieben sind, abgehoben.
Die
Einteilung in Abschnitte, die sich im Original findet, muß im Zitat beibehalten
werden. Abschnitte, die sich im Original unmittelbar folgen, werden im
Einzeilenabstand gehalten, dem gleichen Abstand, in dem der Text der Abschnitte
geschrieben wird.
Abschnitte, die aus zwei verschiedenen Quellen zitiert werden und die nicht durch einen kommentierenden Text getrennt werden; müssen durch einen doppelten Zeilenabstand abgesetzt werden.[7]
Eingerückt wird, um Zitate kenntlich zu machen, speziell in einem Text mit vielen und längeren Zitaten ... Man setzt keine Anführungszeichen. [Anm. d. Übers.: in Italien]
Dieses Verfahren hat den großen Vorteil, daß man Zitate auf den ersten Blick erkennt, daß man sie bei einer kursorischen Lektüre überspringen kann, daß man sich ausschließlich an die Zitate halten kann, wenn sich der Leser mehr für sie als für unsere Auffassung interessiert, und es erlaubt schließlich, die Zitate leicht wiederzufinden, wenn man nachschlagen will.
Regel 9 - Die Zitate müssen wortgetreu sein. Erstens muß der Text Wort für Wort so übernommen werden, wie er dasteht (und es ist darum gut, nach dem Schreiben die Zitate anhand des Originals nochmals zu kontrollieren, weil sich beim Abschreiben mit der Hand oder mit der Maschine Fehler oder Auslassungen eingeschlichen haben können). Zweitens dürfen keine Textstellen ausgelassen werden, ohne daß das angezeigt wird. Angezeigt wird dies durch drei Punkte an der Stelle der Auslassung. Drittens darf man nichts einfügen, und jede eigene Stellungnahme, jede Klarstellung, jede Verdeutlichung muß in eckigen Klammern erscheinen. Auch Unterstreichungen, die nicht vom Autor, sondern von uns stammen, müssen als solche gekennzeichnet werden. Hier ein Beispiel: (In dem im folgenden zitierten Text werden etwas andere Regeln für eigene Einschübe gegeben, als ich sie verwende. Aber das fördert das Verständnis dafür, daß auch andere Grundgesetze angewendet werden können, wenn sie nur in sich stimmig sind und konsequent angewendet werden.)
Innerhalb des Zitats ... können verschiedene Schwierigkeiten auftauchen ... Läßt man einen Teil des Textes aus, so zeigt man das durch drei Punkte in elikiger Klammer an. [ Wir haben dagegen nur drei Punkte ohne Klammer vorgeschlagen ]... . Fügt man aber zum besseren Verständnis des wiedergegebenen Textes etwas hinzu, so wird es in eckige Klammer gesetzt [es sollte hier nicht vergessen werden, daß diese Autoren Arbeiten über französische Literatur sprechen, wo es manchmal nötig ist, ein Wort einzufügen, das im Originalmanuskript fehlt, dessen Vorhandensein der Philologe aber annimmt]
Fehler des Französischen müssen vermieden werden, und auf ein korrektes und klares Italienisch ist zu achten [Unterstreichung nur hier].[8]
Ist dem zitierten Autor ein offensichtlicher Fehler (sei er stilistisch oder sachlich) unterlaufen, ist er aber trotzdem zitierenswert, dann müßt ihr diesen Fehler übernehmen, aber den Leser etwa mittels einer Einschaltung eines [sic] in eckiger Klammer auf ihn hinweisen. Ihr schreibt also, Savoy behaupte, daß »im Jahr 1820 [sic], nach dem Tod Napoleons, die europäische Lage undurchsichtig, voller Licht und Schatten war«, Wäre ich an eurer Stelle, so würde ich auf diesen Savoy allerdings ganz verzichten.
Regel 10 - Zitieren ist wie in einem Prozeß etwas unter Beweis stellen. Ihr müßt die Zeugen immer beibringen und den Nachweis erbringen können, daß sie glaubwürdig sind. Darum muß die Verweisung ganz genau sein (man zitiert keinen Autor, ohne das Buch und die Seite des Zitats anzugeben), und sie muß von jedermann kontrolliert werden können. Wie geht man dann aber vor, wenn wir eine uns wichtige Information oder ein wichtiges Urteil einer persönlichen Mitteilung, einem Brief, einem Manuskript verdanken? Man kann so etwas sehr wohl zitieren, wenn man eine Anmerkung der folgenden Art macht:
1. Persönliche Mitteilung des Autors (6. Juni 1975).
2. Persönlicher Brief des Autors (6. Juni 1975).
3. Am 6. Juni 1975 aufgezeichnete Erklärung.
4. C. Smith, Die Quellen der Snorri-Edda. Manuskript.
5. C. Smith, Bericht auf dem 12. Physiotherapeutischen Kongreß, Manuskript (im Erscheinen im Mouton Verlag, The Hague).
Für die Quellen 2, 4, 5 existieren, wie sich leicht feststellen läßt, Dokumente, die man jederzeit beibringen kann. Quelle 3 ist einigermaßen unbestimmt, auch weil der Ausdruck »aufgezeichnet« noch nicht erkennen läßt, ob mit dem Tonband mitgeschnitten oder schriftlich festgehalten wurde. Bei Quelle 1 könnte euch nur der Autor widersprechen (aber er könnte in der Zwischenzeit gestorben sein). In einem solchen Fall entspricht es gutem Brauch, nach der endgültigen Formulierung das Zitat dem Autor schriftlich zur Kenntnis zu bringen und ihn um Mitteilung zu bitten, ob er mit ihm einverstanden ist. Handelt es sich um eine ganz besonders wichtige, völlig neue Information (eine neue Formel, das Ergebnis einer noch geheimen Forschungsarbeit), dann wäre es gut, in einem Anhang den Brief wiederzugeben, der die Zustimmung zur Veröffentlichung gibt. Vorausgesetzt natürlich, es handelt sich beim Schreiben des Briefes um eine bekannte Persönlichkeit und nicht um irgendeine Null.
Weniger wichtige Regeln. Wenn ihr mit dem Auslassungszeichen (den drei Punkten, mit oder ohne eckige Klammer) ganz genau sein wollt, dann geht folgendermaßen vor:
Wenn wir eine weniger wichtige Stelle auslassen, ... dann folgt die Auslassung dem Satzzeichen des ungekürzten Teiles. Lassen wir einen wichtigen Teil aus , so steht die Auslassung vor dem Satzzeichen.
Wenn ihr Gedichte zitiert, dann haltet euch an die Sekundärliteratur, auf die ihr euch bezieht. Immer kann eine einzelne Gedichtzeile im Text zitiert werden: »La donzelletta vien dalla campagna«. Zwei Zeilen können im Text zitiert werden und werden dann durch einen Schrägstrich getrennt: »I cipressi che a Bolgheri alti e schietti / van da San Guido in duplice filar«. Handelt es sich dagegen um ein größeres Stück aus einem Gedicht, so bleibt man besser bei »engzeilig, eingerückt«.
Und sind wir dann erst vereint,
Ach wie glücklich bist du und bin ich,
Denn ich lieb süß Rosie O'Grady,
Und Rosie O'Grady liebt mich.
Ebenso verfährt man, wenn man es mit einer einzigen Verszeile zu tun hat, die dann Gegenstand einer eingehenden Untersuchung sein soll, wenn man also beispielsweise die wesentlichen Elemente der Dichtung Verlaines an der Zeile
De la musique avant toute chose
erläutern wollte. Meiner Ansicht nach braucht man die Zeile auch nicht zu unterstreichen, selbst wenn sie in einem fremdsprachigen Text steht. Besonders wenn die Arbeit Verlaine zum Gegenstand hat: Sonst müßtet ihr Hunderte von Seiten unterstreichen. Aber man würde schreiben (und deutlich machen, daß die Unterstreichung von euch stammt, Unterstreichung nur hier),
De la musique avant toute chose
et pour cela préfère l' impair
plus vague et plus soluble dans fair,
sans rien en lui qui pese et qui pose…
wenn im Zentrum eurer Untersuchung der Gedanke der »Disparität« stünde.
Beim Erstellen der Lektürekartei habt ihr verschiedene Stellen des Autors, der für euch von Interesse ist, kürzer zusammengefaßt. Ihr habt ihn, mit anderen Worten, paraphrasiert und seine Gedanken mit eigenen Worten wiedergegeben. Andere Stellen wiederum habt ihr ganz in Anführungszeichen festgehalten.
Beim Schreiben der Arbeit habt ihr dann das Original nicht mehr vor euch liegen, und ihr übernehmt vielleicht längere Textstellen aus der Kartei. Dann müßt ihr aufpassen, daß es sich wirklich um eine sinngemäße Wiedergabe und nicht um Zitate ohne Anführungszeichen handelt. Andernfalls hättet ihr ein Plagiat begangen.
Diese Form des Plagiats kommt in der Abschlußarbeit häufig vor. Der Student hat dabei ein gutes Gewissen, weil er an irgendeiner Stelle in einer Fußnote den Autor nennt, auf den er sich bezieht. Aber der Leser bekommt einen schlechten Eindruck, wenn er feststellt, daß jene Stellen den Text des Autors nicht sinngemäß wiedergeben, sondern in Wirklichkeit ohne Anführungszeichen abgeschrieben sind. Und das gilt nicht nur für den Referenten, sondern für jeden, der eure Arbeit später zu Gesicht bekommt, sei es, um sie zu veröffentlichen, sei es, um sich ein Urteil über eure Fähigkeiten zu bilden.
Wie kann man sich Sicherheit darüber verschaffen, daß es sich um eine sinngemäße Wiedergabe und nicht um ein Plagiat handelt? Das ist zunächst vor allem dann sicher, wenn die Stelle wesentlich kürzer ist als das Original. Aber es gibt Fälle, in denen der Autor in einem kurzen Satz oder Abschnitt so Gehaltvolles sagt, daß die Umschreibung sehr lang wird, vielleicht länger als das Original. Dann muß man nicht krampfhaft darauf bedacht sein, nicht die gleichen Wörter zu verwenden, weil es manchmal unvermeidlich oder sogar nützlich sein kann, bei bestimmten Ausdrücken zu bleiben. Den zuverlässigsten Nachweis habt ihr dann, wenn es euch gelungen ist, einen Text sinngemäß wiederzugeben, ohne ihn vor Augen zu haben. Das bedeutet, daß ihr ihn nicht nur nicht abgeschrieben, sondern daß ihr ihn noch dazu verstanden habt.
Um diesen Punkt zu verdeutlichen, gebe ich im folgenden - unter 1. - einen Ausschnitt aus einem Buch wieder. Es handelt sich um Norman Cohn, Das Ringen um das Tausendjährige Reich, Bern, 1961, deutsch von Eduard Thorsch (Titel der Originalausgabe: The Pursuit of the Millennium), S. 28.
Unter 2. gebe ich ein Beispiel für eine sinnvolle Paraphrase. Unter 3. gebe ich ein Beispiel für eine falsche Paraphrase, die ein Plagiat darstellt.
Unter 4. gebe ich das Beispiel einer Paraphrase, die Nummer 3 entspricht, bei dem aber das Plagiat durch den anständigen Gebrauch von Anführungszeichen vermieden wird.
1. Der Originaltext
Mit noch größerer Spannung sah man jedoch dem Erscheinen des Antichrist entgegen. Generation um Generation lebte in beständiger Furcht vor diesem alles vernichtenden Dämon, unter dessen Herr-. schaft gesetzloses Chaos, Raub und Plünderung, Folter und Massenmord regieren würden, während er doch gleichzeitig der Herold der so lang ersehnten Erfüllung, der Wiederkehr Christi und des Königreichs der Heiligen war. Unentwegt hielt man nach den »Zeichen« Ausschau, die nach der prophetischen Überlieferung die endgültig letzte »Zeit der Trübsal« ankündigen und begleiten sollten; und da diese »Zeichen« schlechte Regenten, Bürgerkrieg, Trockenheit, Hungersnot, Seuchenzüge, Kometen, den plötzlichen Tod prominenter Männer und ganz allgemein ein Überhandnehmen der Sünde einschlossen, fiel es nie schwer, sie zu finden.
2. Eine sachgerechte Paraphrase
Sehr ausführlich in dieser Hinsicht ist Cohn. Er stellt die für jene Zeit charakteristische Spannung dar, in der die von Schmerz und Unordnung geschürte Erwartung des Antichrist gleichzeitig Erwartung des Reiches des Dämons und Vorspiel zur Wiederkunft des Herrn, der Parusie, der Rückkehr des triumphierenden Christus darstellt. Und in einer Zeit, die durch traurige Ereignisse, Plünderungen, Raub, Entbehrungen und Seuchen gekennzeichnet war, fehlte es den Menschen nicht an »Zeichen«, die dem entsprachen, was die verschiedenen prophetischen Texte als typisch für die Ankunft des Antichrist bezeichnet hatten.
3. Eine falsche Paraphrase
Nach Cohn [.. folgt eine Reihe von Ansichten, die der Autor in anderen Kapiteln vertreten hat]. Andererseits darf man nicht vergessen, daß die Ankunft des Antichrist Anlaß für noch größere Spannungen gab. Generationen lebten in dauernder Erwartung des zerstörerischen Dämons, dessen Herrschaft in Wahrheit ein gesetzloses Chaos sein würde, eine Periode von Raub und Plünderung, von Folter und Massenmord, gleichzeitig aber auch das Vorspiel zur Wiederkunft oder zum Königreich der Heiligen. Die Menschen hielten immer wachsam nach Zeichen Ausschau, die nach den Propheten die letzte »Zeit der Unordnung« begleiten und ankündigen sollten: und weil zu diesen Zeichen schlechte Regierungen, Bürgerkrieg, Krieg, Dürre, Entbehrungen, Seuchen und Kometen gehörten, ferner der plötzliche Tod von wichtigen Männern (neben einer ganz allgemein größeren Sündhaftigkeit), machte es nie Schwierigkeit, sie zu entdecken.
4. Eine fast wörtliche Paraphrase, die noch kein Plagiat darstellt
Der schon erwähnte Cohn selbst erinnert andererseits daran, daß man »mit noch größerer Spannung ... dem Erscheinen des Antichrist« entgegensah. Generationen lebten in Erwartung des zerstörerischen Dämons, »unter dessen Herrschaft gesetzliches Chaos, Raub und Plünderung, Folter und Massenmord regieren würden, während er doch gleichzeitig der Herold der so lang ersehnten Erfüllung, der Wiederkehr Christi und des Königreichs der Heiligen war«.
Die Menschen hielten immer aufmerksam Ausschau nach den Zeichen, die nach den Propheten die endgültige »Zeit der Trübsal« ankündigen und begleiten sollten. Da aber, bemerkt Cohn, »diese Zeichen schlechte Regenten, Bürgerkrieg, Krieg, Trockenheit, Hungersnot, Seuchenzüge, Kometen, den plötzlichen Tod prominenter Männer und ganz allgemein ein Überhandnehmen der Sünde einschlossen, fiel es nie schwer, sie zu finden«.
Nun dürfte klar sein, daß man gleich das ganze Textstück hätte wörtlich wiedergeben können, statt sich die Mühe der Paraphrase 4 zu geben. Aber dafür hätte auf eurer Lektürekarte der Text ganz wiedergegeben oder eine anständige Paraphrase vorhanden sein müssen.
Auf jeden Fall könnt ihr euch beim Schreiben nicht mehr daran erinnern, wie ihr beim Anfertigen der einzelnen Karteikarten vorgegangen seid. Darum muß eure Arbeitsweise von Anfang an korrekt sein. Wenn auf der Karteikarte keine Anführungszeichen zu finden sind, dann müßt ihr sicher sein, daß es sich um eine sinngemäße Wiedergabe und nicht um ein Plagiat handelt.
Nach einer weitverbreiteten Meinung sind Fußnoten in einer Abschlußarbeit oder auch in Büchern Ausdruck eines Gelehrten-Snobismus und oft ein Versuch, dem Leser Sand in die Augen zu streuen. Sicher kann man nicht ausschließen, daß viele Autoren mit einer Vielzahl von Fußnoten ihrem Elaborat den Eindruck des Bedeutenden geben wollen, noch daß andere die Fußnoten mit nebensächlichen Informationen vollstopfen, die sie womöglich einfach aus der verwerteten Sekundärliteratur abgekupfert haben. Aber das ändert nichts daran, daß Fußnoten hilfreich sind, wenn sie vernünftig verwendet werden. Was vernünftig ist, läßt sich nicht allgemein sagen, weil es von der Art der Arbeit abhängt. Wir wollen aber versuchen, jene Fälle zu erläutern, in denen Fußnoten hilfreich sind, und wie man sich ihrer bedient.
a) Fußnoten dienen dazu, die Herkunft der Zitate anzugeben. Würden die Quellen der Zitate im Text angegeben, so wäre seine Lektüre beschwerlich. Es gibt natürlich Methoden, auf Fußnoten zu verzichten und die wichtigsten Verweisungen im Text selbst unterzubringen (wie z. B. beim System Autor - Erscheinungsjahr). Aber die Fußnoten dienen in erster Linie dem genannten Ziel. Handelt es sich um eine bibliographische Angabe, so steht die Anmerkung besser am Fuß der Seite als am Ende des Buches oder des Kapitels, weil man dann auf einen Blick nachsehen kann, worum es sich handelt.
b) Fußnoten haben die Aufgabe, einer im Text behandelten Auffassung weitere bibliographische Angaben, die sie stützen, hinzuzufügen: »Vgl. zu dieser Auffassung auch ... «. Auch in diesem Fall stehen sie zweckmäßiger am Fuß der Seite.
c) Fußnoten dienen der Verweisung in der Arbeit selbst und auf andere Arbeiten. Hat man einen Gegenstand abgehandelt, so kann man in einer Anmerkung ein vgl. (vergleiche) anbringen, das auf ein anderes Buch oder auf ein anderes Kapitel oder einen anderen Absatz unserer eigenen Arbeit verweist. Interne Verweisungen können, wenn sie wichtig sind, auch im Text vorgenommen werden: Als Beispiel kann das vorliegende Buch dienen, in dem immer wieder auf andere Kapitel verwiesen wird.
d) Fußnoten dienen dazu, ein unterstützendes Zitat einzuführen, das im Text gestört hätte. Ihr stellt im Text eine Behauptung auf und laßt, um den Gedankengang nicht zu unterbrechen, gleich die nächste Behauptung folgen, aber bei der ersten verweist ihr auf eine Anmerkung, in der ihr nachweist, daß eine bekannte Autorität eure Behauptung stützt.[9]
e) Fußnoten dienen dazu, im Text getroffene Feststellungen zu erweitern.[10] In dieser Beziehung sind sie nützlich, weil sie es ermöglichen, den Text nicht mit Bemerkungen zu belasten, die zwar wichtig sind, aber bei eurem Thema am Rande liegen oder nur von einem anderen Standpunkt aus im wesentlichen wiederholen, was ihr schon gesagt habt.
f) Fußnoten dienen dazu, Feststellungen des Textes richtigzustellen. Ihr seid eurer Sache sicher, aber es ist euch auch klar, daß andere anderer Meinung sind, oder ihr seid der Auffassung, daß man von einem bestimmten Standpunkt aus Einwendungen gegen eure Feststellungen vorbringen könnte. In diesem Fall ist es nicht nur ein Gebot der wissenschaftlichen Fairness, sondern auch ein Zeichen für eine kritische Geisteshaltung, auf solche Einschränkungen in einer Anmerkung hinzuweisen.[11]
g) Die Fußnoten können die Übersetzung einer Textstelle in die eigene Sprache bringen, wenn das Zitat in der Originalsprache gebracht werden mußte, oder zu Kontrollzwecken das Originalzitat, wenn wegen des Schreibflusses im Text eine Übersetzung gebracht wurde.
h) Fußnoten dienen dazu, Schulden zu bezahlen. Ein Buch zitieren, aus dem man einen Satz übernommen hat, heißt Schulden zahlen. Einen Autor zitieren, von dem man einen Gedanken oder eine Information verwendet hat, heißt Schulden zahlen. Manchmal muß man auch weniger klar benennbare Schulden zahlen und aus Gründen der wissenschaftlichen Korrektheit in einer Anmerkung beispielsweise darauf hinweisen, daß von uns entwickelte eigenständige Gedanken ohne die Anregungen durch die Lektüre eines bestimmten Buches oder bei Gesprächen mit einem bestimmten Forscher nicht möglich wären.
Während die unter a, b und c genannten Anmerkungen als Fußnoten ihren Zweck am besten erfüllen, können die Anmerkungen nach d und h auch am Ende des Kapitels oder am Ende der Arbeit stehen, vor allem, wenn sie sehr lang sind. Eine Anmerkung sollte allerdings nie zu lang sein: sonst ist sie nämlich keine Anmerkung, sondern ein Anhang, und als solcher wird sie der Arbeit am Schluß angefügt. Auf jeden Fall muß man konsequent sein: entweder alle Anmerkungen als Fußnoten oder alle am Ende des Kapitels, oder kurze Anmerkungen als Fußnoten und Anhänge am Ende der Arbeit.
Und noch einmal: Vergeßt nicht, wenn ihr eine in sich geschlossene Quelle auswertet, das Werk eines einzigen Autors, die Seiten eines Tagebuchs, eine Sammlung von Manuskripten, Briefe, Dokumente etc., daß ihr den Anmerkungen dadurch entgehen könnt, daß ihr am Anfang der Arbeit Abkürzungen für eure Quellen angebt und bei allen Zitaten oder Verweisungen im Text in Klammer die Abkürzung mit der Seitenzahl oder der Nummer des Dokuments angebt. In einer Arbeit über mittelalterliche Schriftsteller, die in der Patrologia Latina von Migne veröffentlicht sind, setzt ihr einfach in den Text Klammern wie: (PL, 30, 231) und spart euch so Hunderte von Fußnoten. Ebenso verfahrt ihr beim Verweis auf Schaubilder, Tabellen, Abbildungen im Text oder im Anhang.
Wie verwendet man nun die Fußnote als Mittel der bibliographischen Verweisung? Ist im Text von einem Autor die Rede, oder wird von ihm etwas zitiert, so enthält die entsprechende Fußnote die erforderlichen bibliographischen Angaben. Dieses System hat einen großen Vorteil. Steht die Anmerkung auf derselben Seite, so weiß der Leser gleich, auf welches Werk man sich bezieht.
Allerdings zwingt das Vorgehen zu doppelter Arbeit: Die in Anmerkungen zitierten Bücher müssen nämlich auch im Literaturverzeichnis stehen (ausgenommen jene seltenen Fälle, in denen in der Anmerkung ein Autor zitiert wird, der mit der spezifischen Bibliographie der Arbeit nicht zu tun hat; etwa wenn ich auf die Idee käme, in einer astronomischen Arbeit Dante zu zitieren: »Durch Liebe, die bewegt Sonne und Sterne«[12]; die Anmerkung würde genügen).
Sonst aber reicht es nicht zu sagen, daß die zitierten Werke schon in den Fußnoten erschienen und darum das Literaturverzeichnis überflüssig sei: Das Literaturverzeichnis soll nämlich auf einen Blick das verarbeitete Material zeigen und die Möglichkeit geben, sich über die einschlägige Literatur zu informieren, und es wäre eine Unhöflichkeit dem Leser gegenüber, wenn man ihn zwingen würde, Seite für Seite in den Fußnoten nach den bibliographischen Angaben zu suchen.
Außerdem macht das Literaturverzeichnis im Vergleich zu den Fußnoten genauere Angaben, z. B. kann man bei einem fremdsprachigen Autor in der Fußnote nur den Titel in der Originalsprache angeben, während man im Literaturverzeichnis auch die Existenz einer Übersetzung erwähnt. Außerdem zitiert man in der Fußnote einen Autor gewöhnlich mit Vornamen und Namen, während er im Literaturverzeichnis in alphabetischer Reihenfolge nach Namen und Vornamen eingeordnet wird. Ferner: Gibt es von einem Aufsatz einen Erstdruck in einer Zeitschrift und dann einen Nachdruck in einem Sammelwerk, der viel leichter zugänglich ist, dann kann die Anmerkung nur die zweite Ausgabe, mit der entsprechenden Seite des Sammelwerkes, zitieren, während das Literaturverzeichnis vor allem die erste Ausgabe enthalten muß. Eine Anmerkung kann bestimmte Angaben verkürzt wiedergeben, auf den Untertitel verzichten, ebenso auf die Angabe, wieviel Seiten das Buch hat; das Literaturverzeichnis dagegen müßte über all das informieren.
In Schaubild 16 geben wir ein Beispiel aus einer Abschlußarbeit mit einer Reihe von Fußnoten und gegenüber in Schaubild 17 die gleichen bibliographischen Hinweise, wie sie im Literaturverzeichnis erscheinen, so daß man die Unterschiede sehen kann.
Der als Beispiel vorgestellte Text wurde ad hoc formuliertes[13], um möglichst viele unterschiedliche Verweisungen zu haben, und ich verbürge mich darum nicht für seine inhaltliche Richtigkeit und Klarheit.
Ferner ist darauf hinzuweisen, daß zur Vereinfachung das Literaturverzeichnis auf die wesentlichen Angaben beschränkt wurde und daß besondere Anforderungen an Perfektion und Vollständigkeit, nicht berücksichtigt wurden.
Was wir in Schaubild 17 als Standardbibliographie bezeichnen, könnte auch anders aussehen: die Autoren könnten in Großbuchstaben geschrieben sein, etc. etc.
Es zeigt sich, daß die Anmerkungen weniger ausführlich sind als das Literaturverzeichnis; sie machen sich nicht die Mühe, die erste Auflage zu zitieren und geben nur an, um welchen Text es geht, während sie die genauen Angaben dem Literaturverzeichnis überlassen, die Seite nennen sie nur, wo es unbedingt nötig ist, die Zahl der Seiten des Buches, um das es geht, wird nicht genannt, noch, ob es übersetzt ist. Dafür ist das Literaturverzeichnis da.
Was sind die Schwächen dieses Systems? Nehmen wir als Beispiel Anmerkung 5. Sie sagt uns, daß der Aufsatz von Lakoff in Steinberg und Jakobovits, Semantics steht. Wo ist er zitiert worden? Glücklicherweise in Anmerkung 4. Und wenn er zehn Seiten früher zitiert worden wäre? Wiederholt man dann der Einfachheit halber das Zitat? Oder muß der Leser im Literaturverzeichnis nachsehen? In solchen Fällen ist das Zitieren nach Autor - Jahr besser, das wir im folgenden darstellen.
In vielen Fächern (und in letzter Zeit in immer zunehmendem Maß) verwendet man ein System, das es ermöglicht, auf alle Anmerkungen für bibliographische Angaben zu verzichten. Übrig bleiben dann nur mehr Anmerkungen, die sich auf den Inhalt des Textes beziehen, und interne Verweisungen.
Dieses System setzt voraus, daß das Literaturverzeichnis den Namen des Autors und das Erscheinungsjahr der ersten Auflage des Buches oder des Artikels auf den ersten Blick erkennen läßt. Das Literaturverzeichnis kann wahlweise folgendermaßen aussehen:
Corigliano,
Giorgio
1969 Marketing-Strategie e tecniche,
Milano, Etas Kompass S.p.A. (2. Aufl., 1973, Etas Kompass Libri), 304 S.
CORIGLIANO,
Giorgio,
1969 Marketing-Strategie e tecniche,
Milano, Etas Kompass S.p.A. (2. Aufl., 1973, Etas Kompass Libri). 304 S.
Corigliano, Giorgio, 1969, Marketing-Strategie e tecniche, Milano, Etas Kompass. S.p.A. (2. Aufl., 1973, Etas Kompass Libri), 304 S.
Was kann man mit einem solchen Literaturverzeichnis anfangen?
Will ich auf das Buch verweisen, so brauche ich keine Verweisungszahl und keine Anmerkung als Fußnote, sondern ich kann folgendermaßen vorgehen:
Bei den Untersuchungen über die schon vorhandenen Produkte "ist ein Umfang des Musters abhängig von den spezifischen Erfordernissen der Probe" (Corigliano, 1969: 73). Aber Corigliano selbst hatte darauf hingewiesen, daß die Definition des Bereiches eine Geschmacksfrage ist (1969: 71).
Was macht der Leser? Er sieht im Literaturverzeichnis nach und stellt fest, daß die Angabe » (Corigliano, 1969:73) « bedeutet » Seite 73 im Buch Marketing etc. etc. «,
Mit diesem System kann man den Text enorm entlasten und sich achtzig Prozent der Fußnoten ersparen. Und ihr müßt beim endgültigen Schreiben die Angaben über ein Buch (bzw. über viele Bücher, wenn das Literaturverzeichnis sehr umfangreich ist) nur einmal abschreiben.
Und darum ist das System besonders empfehlenswert, wenn man laufend viele Bücher oder immer wieder dasselbe Buch zitieren muß, weil man die so lästigen kleinen Anmerkungen wie ders. oder a.a.0. usw. vermeidet. Das System ist geradezu unentbehrlich, wenn man eine gedrängte Zusammenfassung der Literatur zu einem Thema gibt. Nehmt etwa einen Satz wie den folgenden:
Das Problem wurde ausführlich behandelt von Stumpf (1945: 88-100), von Rigabue (1956), Azzimonti (1957), Forlimpopoli (1967), Colacicchi (1968), Poggibonsi (1972) und Gzbiniewsky (1975), während es von Barbapedana (1950), Fugazza (1967) und Ingrassia (1970) völlig außer Betracht gelassen wurde.
Hätte man für jedes dieser Zitate eine Fußnote machen und das entsprechende Buch angeben müssen, die Seite wäre wahrscheinlich überfrachtet gewesen, ganz abgesehen davon, daß der Leser den zeitlichen Ablauf, die Entwicklung des Interesses für das Problem nicht so deutlich vor Augen gehabt hätte. Dieses System funktioniert allerdings nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind:
a) Es muß sich um ein einheitliches und spezialisiertes Literaturverzeichnis handeln, in dem sich mögliche Leser eurer Arbeit schon auskennen. Angenommen, daß die oben wiedergegebene Zusammenfassung das sexuelle Verhalten der Amphibien betrifft (doch ein sehr spezielles Thema), dann erwartet man, daß der Leser gleich weiß, daß »Ingrassia 1970« den Band Die Geburtenbeschränkung bei den Amphibien bedeutet (oder doch mindestens ahnt, daß es sich um eine der Arbeiten von Ingrassia aus neuerer Zeit handelt, die infolgedessen anders angelegt ist als die schon bekannten Untersuchungen des Ingrassi aus den fünfziger Jahren). Angenommen aber, ihr schreibt eine Arbeit über die italienische Kultur der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts, in der ihr Romanciers, Lyriker, Politiker, Philosophen und Wirtschaftswissenschaftler zitiert, so funktioniert das System nicht mehr, weil normalerweise keiner ein Buch am Erscheinungsjahr erkennt, oder doch höchstens in seinem Spezialgebiet und nicht in allen Bereichen.
b) Es muß sich um ein Verzeichnis moderner Literatur handeln, allenfalls solcher aus den letzten zweihundert Jahren. In einer Abhandlung über griechische Philosophie zitiert man ein Buch von Aristoteles nicht nach dem Erscheinungsjahr (und es ist nicht schwer zu erraten warum).
c) Es muß sich um eine wissenschaftlich-gelehrte Bibliographie handeln. Man schreibt nicht »Moravia, 1929«, wenn man auf Gli indifferenti [Die Gleichgültigen] Bezug nehmen will. Erfüllt eure Arbeit diese Voraussetzungen und beachtet sie diese Einschränkungen, so ist das System Autor - Erscheinungsjahr empfehlenswert.
In Schaubild 18 seht ihr den gleichen Inhalt wie in Schaubild 16, diesmal nach dem neuen System formuliert. Dabei seht ihr gleich als erstes, daß die neue Seite kürzer ist als die vorhergehende und nur eine anstelle von sechs Fußnoten hat. Das dazugehörige Literaturverzeichnis (Schaubild 19) ist etwas länger, aber auch klarer: Die Abfolge der Werke ein und desselben Autors wird auf den ersten Blick erkennbar (ihr habt vielleicht bemerkt, daß der Erscheinungszeitpunkt mit Buchstaben gekennzeichnet wird, wenn in einem Jahr zwei Bücher desselben Verfassers erscheinen). Verweisungen innerhalb desselben Literaturverzeichnisses sind leichter zu finden.
Ihr werdet auch feststellen, daß manchmal nur die Beiträge aus einem Sammelwerk zitiert werden, manchmal aber - unter dem Namen des Herausgebers - das betreffende Sammelwerk selbst; und manchmal wird das Sammelwerk nur in der den Beitrag betreffenden Fundstelle genannt. Das hat einen einfachen Grund. Ein Sammelwerk wie Steinberg und Jakobovits, 1971, wird gesondert zitiert, weil viele Beiträge (Chomsky, 1971; Lakoff, 1971; McCawley, 1971) darauf Bezug nehmen. Ein Band wie der von Katz und Fodor herausgegebene The Structure of Language dagegen wird nur im Zusammenhang mit der Fundstelle des Beitrags »The Structure of a Semantic Theorie« derselben Autoren zitiert, weil sich in der Bibliographie keine weiteren Texte befinden, die auf ihn Bezug nehmen.
Ihr werdet schließlich feststellen, daß dieses System gleich erkennen läßt, wann ein Text erstmals veröffentlicht wurde, auch wenn wir ihn von einer späteren Veröffentlichung her kennen. Darum ist das System Autor - Jahr besonders nützlich bei homogenen Abhandlungen zu einer Spezialdisziplin, weil es in diesem Bereich oft wichtig ist zu wissen, wer eine bestimmte Theorie als erster entwickelt oder wer als erster eine bestimmte empirische Untersuchung gemacht hat.
Es gibt noch einen letzten Grund, der das System Autor - Erscheinungsjahr als empfehlenswert erscheinen läßt, wenn es möglich ist. Stellt euch vor, ihr habt eine Arbeit mit sehr vielen Fußnoten endlich in die Maschine geschrieben - mit so vielen, daß ihr auch bei kapitelweiser Zählung bis Fußnote 125 kommt. Dann merkt ihr plötzlich, daß ihr einen wichtigen Autor, der nicht fehlen darf, nicht zitiert habt: und natürlich müßt ihr ihn gleich am Anfang des Kapitels zitieren. Dann müßt ihr eine neue Fußnote einfügen und alle Fußnoten bis 125 ändern!
Dieses Problem habt ihr beim System Autor - Erscheinungsjahr nicht: In den Text kommt ein einfacher Klammersatz mit Autor und Jahr, und das Literaturverzeichnis wird entsprechend ergänzt (handschriftlich, oder man muß höchstens eine Seite neu in die Maschine tippen).
Aber man braucht noch nicht einmal die Arbeit fertiggeschrieben zu haben: Schon während des Schreibens ist das Einfügen einer Fußnote mit lästigen Problemen beim Numerieren verbunden; beim System Verfasser - Jahr erspart man sich diesen Ärger.
Weil dieses System nur für bibliographisch ganz homogene Arbeiten in Frage kommt, kann sich die Bibliographie auch der unterschiedlichsten Abkürzungen in bezug auf Zeitschriften, Handbücher, Akten bedienen. Hier zwei Beispiele, eines aus den Naturwissenschaften, eines aus der Medizin.
Mesnil, F. 1986. Etudes de morphologie externe chez les Annéli-des. Bull. Sci. France Belg. 29:110-287.
Adler, P. 1958. Studies an the Eruption of the Permanent Teeth. Acta Genet. et Statist. Med., 8:78:94.
Fragt mich nicht, was das heißen soll. Man kann davon ausgehen, daß jemand, der so etwas liest, das schon wissen sollte.
Unzählige Kunstgriffe werden bei einer wissenschaftlichen Arbeit eingesetzt, in unzählige Fallen kann man geraten. Im Rahmen dieser kurzen Abhandlung beschränken wir uns darauf, ganz unsystematisch einige Hinweise zu geben, die jene Unzahl von Schwierigkeiten nicht annähernd erschöpfend behandeln, die man beim Schreiben einer solchen Arbeit bewältigen muß. Diese kurzen Hinweise haben den Zweck, euch die Vielzahl weiterer Gefahren bewußt zu machen, die ihr selbst entdecken müßt.
Gebt für allgemein bekannte Tatsachen keine Nachweise und Quellen an. Niemand käme auf die Idee zu schreiben »Napoleon ist, wie Ludwig schreibt, auf Sankt Helena gestorben«, und doch werden oft so einfältige Fehler begangen. Man schreibt leicht: »Die mechanischen Webstühle, deren Aufkommen nach Marx den Begriff der industriellen Revolution kennzeichnete«, wo es sich dabei doch um eine, auch schon vor Marx, allgemein anerkannte Vorstellung handelt.
Schreibt keinem Autor einen Gedanken zu, den er danken eines anderen wiedergibt. Nicht nur, weil es sieht, als stützt ihr euch unbewußt auf eine Quelle aus zweiter Hand, sondern weil jener Autor den Gedanken wiedergegeben haben kann, ohne ihn deswegen zu vertreten. In einer kleinen Schrift über das Zeichen habe ich über verschiedene Einteilungsmöglichkeiten gehandelt, darunter auch die, die Zeichen in expressive und kommunikative zuteilt. In einer Übungsarbeit konnte ich nun lesen: »Nach Eco werden die Zeichen in expressive und kommunikative eingeteilt«, wo ich doch diese Einteilung immer als zu grob abgelehnt habe: Ich hatte die Einteilung aus Gründen der Objektivität zitiert, aber nicht selbst übernommen.
Fügt keine Anmerkungen ein oder streicht keine, nur damit die Numerierung stimmt. Hat man die Arbeit endgültig mit der Maschine geschrieben (oder auch nur in eine lesbare Form gebracht), dann kann es passieren, daß man eine Anmerkung, die sich als falsch herausgestellt hat, entfernen muß oder daß man, koste es was es wolle, eine neue hinzufügen muß. In einem solchen Fall wird die ganze fortlaufende Numerierung falsch, und man kann von Glück sagen, wenn man bei jedem Kapitel neu zu zählen begonnen hat und nicht von Anfang bis Ende der Arbeit durchgezählt hat; denn es macht einen Unterschied, ob man 1 bis 10 oder von 1 bis 150 korrigiert.
Schaubild 16: Beispiel für eine Seite nach dem System Zitat - Fußnote
Chomsky 1 erkennt zwar das Prinzip der interpretativen Semantik von Katz und Fodor 2 an, nach dem die Bedeutung einer Aussage die Summe der Bedeutungen ihrer wesentlichen Bestandteile ist, er hält jedoch gleichzeitig daran fest, daß die syntaktische Tiefenstruktur die Bedeutung der Aussage bestimmt 3. Von dieser früheren Auffassung ist Chomsky natürlich zu einer differenzierten Position, die sich schon in seinen ersten Werken ankündigte, durch Überlegungen gelangt, über die der Artikel "Deep Structure, Surface Structure and Semantic Interpretation „4 Auskunft gibt: hier wird die semantische Interpretation auf halbem Wege zwischen Tiefen- und Oberflächenstruktur angesiedelt. Andere Autoren, wie z.B. Lakoffs 5, versuchen eine generative Semantik zu schaffen, in der die logischsemantische Form die syntaktische Struktur schafft 6.
---------------[Fußnotenbereich]--------------
1) Einen brauchbaren Überblick über die Tendenz gibt Nicolas Ruwet, Introduction ä la grammaire generative, Paris, Plon, 1967.
2) Jerold
J. Katz und Jerry A. Fodor, "The Structure of a Semantic Theory",
Language 39, 1963.
3) Noam
Chomsky, Aspects of a Theory of Syntax, Cambridge, M.I.T., 1965, S. 162.
4) In dem Band Semantics, herausgegeben von D. D. Steinberg und L. A. Jakobovits, Cambridge, Cambridge University Press, 1971.
"5) 0n Generative Semantics", in Steinberg und Jakobovits (Herausg.) (vgl. Anm. 4).
6) Auf der gleichen Linie vgl.
auch James McCawley, "Where do noun phrases come from?" in Steinberg
und Jakobovits (Herausg.) (vgl. Anm. 4).
Schaubild 17: Beispiel einer dazugehörigen Standardbibliographie
Chomsky, Noam, Aspects of a Theory
of Syntax, Cambridge M.I.T. Press, 1965, S. XX - 252.
"De quelques constantes de la theorie linguistique",
Diogène 51, 1965.
"Deep Structure, Surface Structure and Semantic
Interpretation" in Studies in Oriental and General Linguistics,
herausgegeben von Jakobson, Roman, Tokyo, TEC Corporation for Language and
Educational Research, 1970, S. 52-99; jetzt in Steinberg und Jakobovits
(Herausg.) Semantics
(s. dort,), S. 183-216.
Katz Jerrold J. und Fodor Jerry A.
"The Structure of a Semantic Theory", Language 39, 1963 (jetzt in
Katz, J. J. und Fodor, J. A. (Herausg.); The Structure of the Language,
Englewood Cliffs, PrenticeHall, 1964, S. 479-518).
Lakoff, George, "0n Generative Semantics" in Steinberg und Jakobovits (Herausg.), Semantics (s. dort), S. 232-296.
McCawley, James, "Where do noun
phrases come from?" in Steinberg und Jakobovits (Herausg.), Semantics (s.
dort), S. 217-231.
Ruwet, Nicolas, Introduction ä la
grammaire generative, Paris, Plon, 1967, 452 S.
Steinberg, D. D. und Jakobovits, L.
A. (Herausg.), Semantics: A interdisciplinary Reader in Philosophy,
Linguistics and Psychology, Cambridge, Cambridge University Press, 1971, 604
S.
Schaubild 18: Der gleiche Text wie in Schaubild 16, jetzt in der Fassung der Zitierweise Verfasser - Jahr
Chomsky (1965 a:162) erkennt zwar das Prinzip der interpretativen Semantik von Katz und Fodor (Katz und Fodor, 1963) an, nach dem die Bedeutung einer Aussage die Summe der Bedeutungen ihrer wesentlichen Bestandteile ist, er hält jedoch gleichzeitig daran fest, daß die syntaktische Tiefenstruktur die Bedeutung der Aussage bestimmt 1.
Von dieser früheren Auffassung ist Chomsky natürlich zu einer differenzierteren Position, die sich schon in seinen ersten Werken ankündigte (Chomsky, 165 a:163), durch Oberlegungen gelangt, über die Chomsky 1970 Auskunft gibt, wo er die semantische Interpretation auf halbem Wege zwischen Tiefen- und Oberflächenstruktur angesiedelt. Andere Autoren (z.B. Lakoff, 1971) versuchen eine generative Semantik zu schaffen, in der die logisch-semantische Form die syntaktische Struktur schafft (vgl. auch McCawley, 1971).
---------------[Fußnotenbereich]------
1) Einen brauchbaren Überblick über die Tendenz gibt Nicolas Ruwet, 1967.
Schaubild 19: Beispiel der dazugehörigen Bibliographie nach dem System Autor - Jahr
Chomsky,
Noam
1965 a Aspects of a Theory of Syntax, Cambridge, M.I.T. Press, 252 S.
1965 b "De quelques constantes de la théorie linguistique", Diogène 51.
1970 "Deep Structure, Surface Semantic Interpretation", Roman, Herausg., Studies and General Linguistics, Corporation for Language tional Research, S. 52 - Steinberg und Jakobovits, 1971, S. 183- 216).
Katz
Jerrold J. und Fodor, Jerry A.
1963 "The Structure of a Semantic Theory", Language 39 (jetzt in Katz, Fodor, J. A., The Structure Language, Englewood Cliffs, Hall, 1964, S. 479 ; 518).
Lakoff,
George
1971 "On Generative Semantics",
in Steinberg und Jakobovits, 1971, S. 232 - 296.
McCawley,
James
1971 "Where do noun phrases come from?", in Steinberg und Jakobovits, 1971, S. 217 - 231.
Ruwet,
Nicolas
1967 Introduction ä la grammaire
générative, Paris, Plon, 452 S.
Steinberg, D. D. und Jakobovits L. A., Herausg.
1971 Semantics: An Interdisciplinary Reader in Philosophy, Linguistics and Psychology, Cambridge, Cambridge University Press, 604 S.
[1] Roberto Vasquez, Fuzzy Concepts, London, Faber, 1976, S. 160.
[2] Richard Braun, Logik und Erkenntnis, München, Fink, 1968, S. 345.
[3] Roberto Vasquez, Fuzzy Concepts, London, Faber, 1976, S. 160.
[4] Richard Braun, Logik und Erkenntnis, München, Fink, 1968, S. 345
[5] Vasquez, a.a.0. S. 161.
[6] W. G. Campbell und S. V. Ballon,
Form and Style, Boston, Houghton Mifflin, 1974, S. 40.
[7] Campbell und Ballou, a.a.0. S. 40.
[8] R. Campagnoli und A. V. Borsari, Guida
alla tesi di laurea in lingua e letteratura francese, Bologna, Patron, 1979, S.
32.
[9] »Alle Tatsachenbehauptungen, die nicht Allgemeinwissen sind ... müssen sich auf einen Beweis ihrer Richtigkeit stützen. Es kann im Text, am Fuß der Seite oder an beiden Orten stehen« (Campbell und Ballou, a.a.0. S. 50).
[10] Den Inhalt betreffenden Fußnoten können dazu dienen, im Text vorkommende Punkte zu diskutieren oder zu erweitern. So weisen Campbell und Ballou, a.a.O., S. 50 darauf hin, daß fachliche Diskussionen, mehr zufällige Kommentare, notwendige Folgerungen und zusätzliche Informationen zweckmäßiger-weise in Fußnoten gebracht werden.
[11] Wenn, wie gesagt, Fußnoten nützlich sind, so ist doch darauf hinzuweisen, daß, wie Campbell und Ballon a.a.O., S. 50 betonen, »die Verwendung von Fußnoten mit Fingerspitzengefühl zu erfolgen hat. Man muß dafür Sorge tragen, daß nicht wichtige und besonders hervorzuhebende Aussagen in Fußnoten verbannt werden. Die unmittelbar bedeutsamen Gedanken und die wichtigsten Informationen müssen im Text selbst erscheinen« und »jede Fußnote muß sozusagen ihre eigene Existenz rechtfertigen«. Nichts verwirrt mehr als Anmerkungen, die nur dazu dienen, Eindruck zu machen und die zu den Ausführungen nichts Wichtiges beitragen.
[12] Dante, Par. XXXIII, 145, deutsche Übersetzung von Streckfuß.
[13] Vgl. aber auch Umberto Eco, Einführung in die Semiotik, Autorisierte deutsche Ausgabe von Jürgen Trabant, 1972, S. 127 f., Anmerkung des Übersetzers.